Chronische Schmerzen
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einfach erklärt für Kinder

Chronische Schmerzen kurz erklärt

Chronischer Schmerz ist ein Schmerz, der über einen längeren Zeitraum besteht, mehrere Monate oder sogar für immer. Es gibt verschiedene Formen von chronischen Schmerzen wie Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne und Bauchschmerzen. Manche Schmerzen können auch Teil einer anderen Krankheit sein. Es ist wichtig, die Ursache der Schmerzen zu kennen, um sie behandeln zu können.

Eine Person mit chronischen Schmerzen kann sich hilflos, müde und genervt fühlen. Dies hat nichts mit anderen Menschen zu tun, sondern liegt an den Schmerzen selbst. Die Ursachen für chronische Schmerzen können unterschiedlich sein und sind nicht immer leicht zu erkennen.

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    Chronische Schmerzen – was ist das eigentlich?

    Schmerzen sind eine Schutzfunktion des Körpers, der warnt, dass eine bestimmte Stelle verletzt ist und deswegen vielleicht geschont werden soll. Sie sind aber auch eine Möglichkeit mitzuteilen, dass der Körper eine Pause braucht und sich ausruhen muss – so zum Beispiel Kopfschmerzen. Schmerzen selbst sind nicht gefährlich, man kann daran nicht sterben. Es ist aber wichtig zu wissen, warum der Körper Schmerzen sendet. Häufig lässt sich dann schnell eine Ursache finden und behandeln. Wenn du beispielsweise Kopfschmerzen nach einem anstrengenden Tag hast, ist das erstmal nichts Ungewöhnliches. Im besten Fall ruhst du dich dann aus und die Schmerzen sind am nächsten Morgen wieder verschwunden. Wenn du dir das Bein gebrochen hast, tut es zunächst stark weh. Wenn das Bein dann nach einiger Zeit verheilt ist, tut es auch nicht mehr weh. Manchmal sind Schmerzen auch ein Zeichen von Entzündungen. Wenn du eine Halsentzündung hast, tut das Schlucken weh. Auch hier verschwindet die Entzündung meist mit einem Medikament oder von allein und somit auch die Schmerzen.

    Bei chronischen Schmerzen hingegen gehen die Schmerzen nicht einfach wieder weg. Das Wort Chronisch bedeutet nämlich, dass die betroffene Person über mehrere Monate und Jahre oder für immer Schmerzen hat. Diese können stärker oder schwächer sein. Manchmal fangen die Schmerzen klein an und werden dann nach einigen Wochen immer stärker und es ist gar nicht mehr klar, woher der Schmerz eigentlich kommt.

    Welchen Formen von chronischen Schmerzen gibt es?

    Gelenk-Schmerzen: Viele Menschen leiden im Alter an Schmerzen in den Gelenken. Gelenke sind die Verbindung zwischen zwei Knochen – zum Beispiel das Knie oder die Hüfte. Die Krankheit Arthrose führt zum Beispiel dazu, dass die Schutzschicht in den Gelenken zwischen den Knochen nach und nach abgebaut wird, bis irgendwann Knochen auf Knochen reibt. Das führt zu Gelenk-Schmerzen.

    Rückenschmerzen: Auch Rückenschmerzen sind sehr häufig und haben meist eine ähnliche Ursache wie Gelenkschmerzen. Zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule ist eine Schicht aus Gel. Diese kann nach und nach weniger werden oder die umschließende Hülle reißen. Das heißt dann Bandscheibenvorfall. Dann werden Nerven eingeklemmt und es kann zu Schmerzen oder einem Kribbeln kommen.

    Kopfschmerzen haben meist keine körperliche Ursache, sondern sind eher Zeichen von viel Stress. Viele Menschen leiden zudem an Migräne, einer besonderen Form von Kopfschmerzen. Hierbei ist der Kopf oder das Gehirn oft nicht wirklich krank, trotzdem  sendet es aber das Gefühl von Schmerzen. Viele Betroffene haben während solch einer Migräneattacke auch Übelkeit oder sind sehr empfindlich gegen Licht.

    Bauchschmerz: Ein Schmerz, den du vielleicht auch schon mal erlebt hast, ist der Bauchschmerz. Er kann für kurze Zeit wegen einer Magen-Darm-Grippe vorkommen. Manche Menschen haben aber auch häufiger Bauchschmerzen, beispielsweise weil sie eine Störung bei der Verdauung haben.

    Neben diesen häufigen Formen können chronische Schmerzen auch Teil und Nebenwirkung einer anderen Erkrankung sein. Krebs, Nervenkrankheiten oder Nachwirkungen von Operationen können zum Beispiel zu Schmerzen führen.


    Dieses Video aus dem Projekt „APPLAUS für junge Erwachsene“ erklärt chronische Schmerzen und den Unterschied zu „normalen“ Schmerzen. Um das Video zu verstehen musst du Lesen können und vielleicht gibt es einige Begriffe, die du noch nicht verstehst.

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    Wie kann man chronische Schmerzen behandeln?

    Die Behandlung von chronischen Schmerzen ist unterschiedlich und kommt auf die Ursache an. Wenn keine Ursache gefunden werden kann und die Schmerzen nicht aufhören helfen speziell ausgebildete Schmerz-Ärzte. Sie können Medikamente verschreiben und empfehlen Entspannungstechniken oder Bewegungsübungen. Oft kann diese Behandlung die Schmerzen weniger stark machen. Ganz heilen kann man diese Schmerzen aber leider nicht immer. Die Menschen lernen irgendwann, mit diesen Schmerzen einigermaßen gut zu leben.

    Wie wirkt sich die Krankheit auf mein Familienmitglied aus?

    Viele Betroffene lernen irgendwann, mit ihren Schmerzen umzugehen.  In Absprache mit Ärzten und Ärztinnen bekommt die Person einen genau abgepassten Medikamentenplan. Das kann einige Zeit dauern und funktioniert auch nicht immer beim ersten Mal.

    Viele Betroffene fühlen sich hilflos und wissen nicht, was sie noch gegen die Schmerzen tun sollen – besonders, wenn keine Ursache gefunden werden kann. Vielleicht ist der Person manchmal alles zu viel und sie fühlt sich kraftlos, weil Schmerzen ziemlich anstrengend sind. Andere Menschen haben ein schlechtes Gewissen, weil sie im Haushalt nicht mehr viel helfen können oder ihren Beruf nicht mehr so gut machen können.

    Manchmal verhalten sich die Betroffenen auch genervt oder wütend. Das hat dann nichts mit dir zu tun, sondern liegt an den Schmerzen. Betroffene haben dann manchmal weniger Geduld und Verständnis, wenn sie gerade große Schmerzen spüren.

    Woher kommen chronische Schmerzen und ist das ansteckend?

    Wichtig ist, dass Du weißt, dass niemand und besonders Du keine Schuld an chronischen Schmerzen hat.

    Die Ursachen sind vielfältig und hängen davon ab, an welcher Form von Schmerzen die betroffene Person leidet. Manchmal führt zu wenig Bewegung zu gewissen Formen von Rückenschmerzen. Vielleicht hat die Person auch viel Stress, sodass sie häufig angespannt ist. Auch das kann Bauch- oder Kopfschmerzen verursachen. Manchmal lässt sich aber auch gar nicht herausfinden, woher die Schmerzen kommen.

    Wichtig ist, dass Du weißt, dass Schmerzen nicht ansteckend sind. Du kannst die betroffene Person also bedenkenlos umarmen!

    Wie kann ich helfen und was muss ich im Notfall tun?

    Wenn in deiner Familie jemand an chronischen Schmerzen leidet, hast Du vielleicht Sorgen und wünschst dir, dass es wieder mehr wie früher ist? Vielleicht hast du auch Angst, dass es einen medizinischen Notfall gibt und weißt nicht, was du dann tun sollst?

    Am besten ist es, wenn du mit einem Elternteil oder deinem Umfeld darüber reden kannst. Lass dir von der Person sagen, wie du helfen kannst, lass dir erklären, was bei einem Notfall zu tun ist und wer dann welche Aufgaben übernimmt. Schmerzen selbst sind nicht gefährlich. Bei sehr starken Schmerzen kann es passieren, dass sich die Person nicht mehr richtig bewegen kann oder kaum aus dem Bett kommt. Vielleicht weiß sie nicht, was sie noch tun soll, weint und ist verzweifelt. Dann braucht die Person Hilfe – beispielsweise vom Hausarzt oder bei sehr starken Schmerzen auch vom Rettungsdienst. Wenn du in einer solchen Situation bist mit deinem Familienmitglied, hol dir Hilfe von anderen Erwachsenen. Sollte das nicht gehen kannst du einen Krankenwagen rufen (112). Die Person am anderen Ende der Telefonleitung hilft dir und erklärt dir, wie es weitergeht.

    Falls du zu Hause viel mithilfst oder die erkrankte Person unterstützt, gibt es zwei wichtige Tipps:

    • Übernehme nur die Aufgaben, mit denen du dich wohl fühlst. Mache nichts, was dir Angst macht, dich ekelt oder überfordert. Wenn es sonst niemanden gibt, der diese Aufgaben übernehmen kann, sprecht mit einer Beratungsstelle. Oft gibt es Geld von der Krankenkasse, damit „Profis“ diese Aufgaben übernehmen.
    • Achte darauf, dass du genug Zeit für dich, deine Freunde, Hobbies und Schule hast. Diese Dinge sollten nicht zu kurz kommen, wenn du zu Hause mithilfst. Deinen Eltern und der erkrankten Person ist es wichtig, dass du trotz allem eine schöne und normale Kindheit und Jugend hast. Hab´ also kein schlechtes Gewissen, wenn du auch mal an dich denkst!

    Achte auf Dich und Deine Gefühle! Wenn Du merkst, dass Du Angst und Fragen hast oder gerade eine schwierige Zeit ist, kannst Du Dir Hilfe suchen. Oft tut es auch gut, mit jemandem über Deine Sorgen zu reden.

    Wo gibt es weitere Infos und Hilfe?

    Wenn Du noch mehr über die Krankheit wissen magst, kannst Du zum Beispiel deinen Kinderarzt oder deine Kinderärztin fragen oder in Büchern und im Internet suchen.

    Das Internet kann eine gute Informationsquelle sein, aber es ist wichtig zu wissen, dass nicht alle Informationen, die du dort findest, wahr oder hilfreich sind. Manchmal kann es schwierig sein, zwischen guten und schlechten Informationen zu unterscheiden. Deshalb solltest du immer darauf achten, dass du vertrauenswürdige Quellen verwendest. Das sind Webseiten von Krankenhäusern, Ärzten oder Organisationen, die sich mit der Krankheit beschäftigen.